HandyTelefonieren,U-BahnMünchen-Liedkommentar”Fahrradfahren,stattHandystrahlen”

Hoffentlich hat die Handystrahlung langfristig nicht ähnlich schreckliche Folgen wie seinerzeit  die Verwendung von Asbest. Oder den anderen Produkten, denen immer wieder Unbedenklichkeit bescheinigt wurde. Seien es Formaldehyd, Contergan oder auch “nur” das Passivrauchen. Auch die Röntgenstrahlung galt lange Zeit als völlig harmlos. Übrigens wurde wohl auch ein Gutachten im Bereich der Atomkraft (Stichwort Gorleben) von interessierten Kreisen zumindest geschönt. Bis jetzt hat man noch kein sicheres Endlager gefunden. Viele Milliarden muss der Steuerzahler aufwenden, damit z.B. das verseuchte ASSE nicht in einer Katastrophe endet.


Unter Vorsorgegesichtspunkten ist es als grob fahrlässig anzusehen, wenn es auch noch als lebenswichtiger Vorteil verkauft wird, sogar in Bussen, S- und U-Bahnen oder im Zug mit dem Handy telefonieren zu können oder mit Notebooks ins Internet zu gelangen. Diese öffentlichen Transportmittel gelten, wie auch das Auto, als Faraday´scher Käfig, in denen Handys ihre Leistung teilweise drastisch nach oben fahren müssen und außerdem die Strahlung innerhalb der Fahrgastzelle hin und her reflektiert werden kann. 

Obwohl sogar die Bundesregierung und das Bundesamt für Strahlenschutz für den privaten Bereich kabelgebundene Verbindungen empfiehlt, rühmt sich die Deutsche Bahn jetzt auch noch damit, die ICE´s mit Wlan auszustatten. Für die paar Hansel, die mit ihrem Laptop ins Internet gehen wollen, sind auch alle anderen neben den Handystrahlen zusätzlich auch noch der Wlan-Strahlung ausgesetzt.

Warum hängt die Bahn auf Langstrecken nicht für ein paar wenige Spezies auch noch einen Waggon mit Bordellbetrieb an? Das hätte zumindest den Vorteil, dass alle anderen Fahrgäste davon nicht berührt würden. Denn dass durch die Schaukelei ein ganzer Waggon umkippt, ist wohl nicht zu befürchten.

Ob Fahrgäste, die fünf Stunden und länger im ICE gefahren sind, wirklich alle ausgeruht und erholt am Zielbahnhof ankommen? Ob nicht doch sehr viele von ihnen Kopfdruck oder eine matschige Birne verspüren? Ggf. werden die Fahrgäste ein Unwohlsein im Zweifel aber stets auf die Umstände schieben, mit welchen eine so lange Reise verbunden ist.

n den “handyberuhigten” Waggons ist die Strahlung übrigens nicht geringer als in den anderen Abteilen. Zum einen weil da zig Menschen auf engstem Raum ihr Handy auf stand-by in der Tasche haben. Bei der hohen Reisegeschwindigkeit kommt der Zug andauernd in den Bereich eines anderen Senders. Deshalb senden die vielen Handys auch fast ununterbrochen ihre Melde -und Erkennungssignale, was im Ergebnis so ähnlich ist, als wenn ständig telefoniert würde. Und das in einem Faraday´schen Käfig.

Außerdem werden zumindest die eingehenden Gespräche von den Reisenden sowieso geflissentlich angenommen. Der Aufkleber mit der durchgestrichenen Zigarette im roten Kreis wird beachtet. Der Aufkleber mit dem durchgestrichenen Handy interessiert aber nicht. Die Handynutzer sind  diesbezüglich anscheinend rücksichtsloser als Raucher. Wie sie ja auch das Handyverbot am Steuer nicht die Bohne kümmert.

Und jetzt zu der verlogenen Entscheidung, das Handyverbot in der Münchener U-Bahn aufzuheben.

Bis vor ein paar Jahren war das Telefonieren in Bussen und Bahnen der Münchner Verkehrsbetriebe ganz verboten. Jetzt werden die technischen Vorbereitungen getroffen, dass bald auch in den U-Bahn-Zügen telefoniert werden kann. Die Handylobby nahm den schrecklichen Überfall im Dezember 2007 auf einen Rentner im U-Bahnbereich als willkommenen Anlass, die U-Bahn endlich mit Sender-Anlagen ausstatten zu können.


Verschwiegen wurde der breiten Öffentlichkeit nämlich, dass der Überfall auf  jener U-Bahn-Etage geschah, wo sowieso einwandfreier Handyempfang möglich ist. Funkloch und Überfall lassen sich also von vornherein überhaupt nicht in Verbindung bringen. Ohnehin passieren auch dort, wo die Leut mit ihren Handys ständig auf Empfang sind, immer wieder die brutalsten Überfälle.

Beispielsweise wurden nur ein paar Tage vor und nach dem besagten Ereignis - auch in öffentlichen Verkehrsmitteln - nachstehende Überfälle bekannt:Urplötzlicher Schlag von einem Moment auf den anderen mit einer Flasche auf den Kopf eines Studenten an einem Münchner U-Bahnsteig (keine Chance auf jegliche Art von Hilfe); Messerangriff in der Nürnberger U-Bahn, wo Handyempfang möglich ist; Fasttotschlag einer alten Frau in einer Essener Straßenbahn mit Handyempfang. Empfang hin oder her, die Opfer hatten keine Chance, egal ob mit oder ohne Handy. Ende Februar 2008 versuchter Mord in Berliner U-Bahn, ein Busfahrer kriegt ein Messer in den Rücken. Laut “Berliner Morgenpost” gibt es in den  Berliner Verkehrsbetrieben rund 3000 Fälle von Körperverletzungen im Jahr. Und das trotz Handyempfang.

Eingefügter Abschnitt   S e p t e m b e r    2 0 0 9 :
A n f a n g der Aktualisierung. Mord an der S-Bahn-Station München-Solln, obwohl der Mann schon lang vorher die Polizei benachricht hatte - mit Handy. Wo ist die Polizei gewesen? Viele waren zugegen, auch mit Handy, aber niemand half ihm. Nur wenige Tage zuvor wurden die ersten U-Bahn-Strecken in München fürs Handy freigeschaltet und die Oberschlauen priesen bis dahin erneut den Zugewinn an Sicherheit. E n d e der Aktualisierung.

Es wird gerade so getan, als wenn es seit der Handyzeit, wo oben in der Stadt fast jeder mit Handy rumläuft, keine schweren Straftaten mehr gäben würde. Die eigentliche Tat an sich lässt sich in einer U-Bahn jedenfalls mit Handyempfang nicht verhindern. Er trägt nicht mal zur Ergreifung der Täter bei. Weil es viele Minuten dauern würde bis die Polizei mal an der dann hoffentlich richtigen Haltestation der U-Bahn eintrifft. Und wer sich nicht traut, einen der vielen Notrufknöpfe zu drücken, wird sich auch nicht selbst einer Gefahr aussetzen, indem er mit dem Handy die Polizei ruft.

Ich habe noch nie gelesen, dass irgendwo in Deutschland in einer U-Bahn ein Verbrechen gestoppt wurde, weil ein Fahrgast sein Handy zu Hilfe nahm. Das ginge nur, wenn per Knopfdruck unmittelbar und sekundenschnell mittels Teleportation ein paar Sicherheitsbeamte in den Wagen “gebeamt” würden. Durch das ständige Gerede und die Klingeltöne werden laut Umfrage viele Menschen sogar eher noch aggressiver. (Nachtrag : Überfall mehrerer junger Leute auf 24-jährigen Studenten Ende Juli 2008 U-Bahnhof München. Und zwar wegen seines Handys. Da kehrte sich der vermeintliche Sicherheitszuwachs sogar ins Gegenteil. )

Also von wegen mehr Sicherheit durch Handyempfang. Das Schlimmste: Handys erhöhen das Sicherheitsrisiko sogar ins Unermessliche, weil damit Sprengsätze wie bei dem Terroranschlag in Madrid lautlos ferngezündet werden können. Und dabei können die Terroristen auf der anderen Seite der Welt sein und von dort aus das Handy anrufen.

Um die Gewalt und Verrohung an bayerischen Schulen einzudämmen, wurden Handys dort übrigens verboten. Da kam aus gutem Grund nicht der Hinweis, man könne mit dem Handy bei Überfällen Hilfe anfordern. Das Übel der Kriminalität muss nämlich bei der Wurzel angepackt werden. Wenn eine Straftat erst geschehen ist, ist es nun mal bereits zu spät.

Handyempfang in der U-Bahn schafft also noch mehr Umsatz für die Mobilfunkindustrie, aber nicht mehr Sicherheit für die Fahrgäste. Der Aufbau des Handynetzes wird in der Münchner U-Bahn von den Mobilfunkbetreibern bezahlt. Wen wundert’s. Das von der Polizei aus Sicherheitsgründen gewünschte TETRA-Netz in der U-Bahn findet indes keinen Geldgeber. Weder Mobilfunkbetreiber noch Stadt oder Staat wollen dafür bezahlen. Wozu auch, schließlich geht es in Wahrheit nicht um die Sicherheit der Fahrgäste sondern um deren Geld.

Zurück zum Thema “Fahrradfahren statt Handystrahlen”:

Nicht nur weil es in vielen öffentlichen Verkehrsmitteln oftmals strahlt wie die Seuche, ist es ratsam auf´s Fahrrad umzusteigen. Radfahren ist ohnehin eine spaßbringende Fortbewegungsart, die der Gesundheit förderlich ist. Wer auch noch das Autofahren einschränkt und stattdessen durch Fahrradfahren ersetzt, leistet zudem noch Umwelt und dem Klimaschutz einen Dienst. Und seinem benzinpreisgeplagten Geldbeutel.
Schön, dass immer mehr Menschen von ganzem Herzen sagen können: “Ich will mit meinem Fahrrad fahr´n, ich will mit meinem Bike fahr´n”.

Lied Fahrradfahren statt Handystrahlen 
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